Planung der Ausbildung
Der betriebliche Ausbildungsplan soll die im Ausbildungsrahmenplan aufgeführten Ausbildungsinhalte auf die betrieblichen Verhältnisse umsetzen. Das bedeutet für den Ausbildungsbetrieb: Er muss den im Ausbildungsrahmenplan aufgeführten Inhalten im Einzelnen konkrete Tätigkeiten und Aufgaben seines betrieblichen Ausbildungsablaufs zuordnen.
- Sachliche und zeitliche Gliederung
- Ausbildungseinheiten
- Arbeitsprojekte
- Ausbildungsplan flexibel und individuell gestalten
Der betriebliche Ausbildungsplan ist Bestandteil des Ausbildungsvertrages. Er ist spätestens zu Beginn der Ausbildung dem Auszubildenden auszuhändigen.
Sachliche und zeitliche Gliederung
Damit die Auszubildenden wissen, wann und wo ihnen die Ausbildungsinhalte vermittelt werden, ist eine sachliche und zeitliche Gliederung notwendig. Sie beinhaltet beispielsweise, an welchen Arbeitsplätzen, Maschinen und Werkzeugen Fertigkeiten und Kenntnisse vermittelt werden.
Die zeitliche Gliederung erfolgt entweder nach Ausbildungsjahren mit einem groben Zeitrahmen oder nach Zeitrichtwerten. Zeitrichtwerte sind zeitliche Empfehlungen, zumeist in Stunden eingeteilt, die nach Lernfeldern angegeben werden.
Die sachliche Gliederung muss alle im Ausbildungsrahmenplan bzw. im Ausbildungsberufsbild aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse aufweisen. Sie werden so zusammengefasst und gegliedert, dass überschaubare Abschnitte, sogenannte Ausbildungseinheiten, entstehen.
Ausbildungseinheiten
Den Ausbildungseinheiten können bestimmte Funktionen oder bestimmte Abteilungen (in größeren Betrieben) zugeordnet werden. Die Festlegung von Ausbildungsabschnitten – seien es betriebliche Unterweisung, Berufsschulunterricht oder überbetriebliche Lehrgänge – sind im einzelbetrieblichen Ausbildungsplan ebenso zu berücksichtigen wie Urlaubsansprüche und Probezeit.
Besonders in Ausbildungsbetrieben des Handwerks wirken die Auszubildenden aktiv an produzierenden Arbeitsaufgaben mit. Die Einbeziehung des Auszubildenden in den betrieblichen Produktionsprozess umfasst:
- die Auswahl und Zuordnung der Arbeitsaufgaben, in die der Auszubildende schwerpunktmäßig einbezogen werden soll,
- die Festlegung von Art und Umfang der Mitwirkung des Auszubildenden und
- die Unterstützung des Auszubildenden durch persönliche Hilfestellung und mediale Lernhilfen.
Arbeitsprojekte
In einem Kleinbetrieb empfehlen sich möglicherweise Arbeitsprojekte. Arbeitsprojekte bieten gerade in handwerklichen Betrieben mit vielseitigen Aufträgen Vorteile: Die Ausbildung kann individuell ausgerichtet und dennoch systematisch durchgeführt werden. In einem Arbeitsprojekt werden mehrere Tätigkeiten zusammengefasst, um Arbeitsaufgaben produkt- bzw. ergebnisorientiert zu lösen. Der Schwerpunkt der Arbeitsprojekte liegt zunächst auf produktbezogenen Tätigkeiten.
Ausbildungsplan flexibel und individuell gestalten
Während der Durchführung der Berufsausbildung ist der Ausbildungsplan flexibel zu halten. So besteht jederzeit die Möglichkeit, auf außerplanmäßige Vorfälle im Betrieb zu reagieren.
Der betriebliche Ausbildungsplan muss auf den einzelnen Auszubildenden zugeschnitten sein. Bei mehreren Auszubildenden im Betrieb oder bei Ausbildungsverbünden ist ein Versetzungsplan zu empfehlen. Darin werden die Inhalte der Ausbildungsabschnitte zwar gleich beschrieben, aber Ort, Dauer und Zeitpunkt jeder Ausbildungsphase individuell für jeden Auszubildenden einzeln festgelegt.



Bundesagentur für Arbeit