Migrantenbetriebe
Unternehmer ausländischer Herkunft, die in Deutschland eine Firma besitzen, können ausbilden. Dass viele dieser Betriebe nicht ausbilden, hat vielfältige Gründe. Dabei ist auch für Unternehmer mit Migrationshintergrund Ausbildung leichter, als viele denken.
In Deutschland dürfen fast alle Betriebe mit internationaler Führung, die von der zuständigen Kammer als Ausbildungsbetrieb anerkannt worden sind, ausbilden.
Laut Mikrozensus 2005 des Statistischen Bundesamtes werden hierzulande über eine halbe Million Betriebe in mehr als 90 Branchen von Unternehmern mit Migrationshintergrund geführt. Doch laut Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie haben im Jahr 2007 durchschnittlich nur 14,2 Prozent von ihnen ausgebildet.
Dass viele Unternehmer ausländischer Herkunft nicht ausbilden, liegt häufig an einem Mangel an Informationen: Oft wissen sie nicht, dass sie ausbilden können. Anderen fehlen Kenntnisse über mögliche Ausbildungsformen, Abläufe und Formalitäten in Deutschland. Unterstützung und Beratung sind daher gerade für Unternehmer mit Migrationshintergrund besonders wichtig. Erste Ansprechpartner sind hier die Ausbildungsberater der zuständigen Kammern.
Wie man ausbildet, kann man lernen – in speziellen Vorbereitungskursen. Die sogenannten AdA-Kurse („Ausbildung der Ausbilder“) vermitteln Grundfragen und Gesetzesgrundlagen der Berufsbildung sowie Art und Ablauf der Ausbildung. Die Kurse werden von den Kammern sowie von privaten Bildungseinrichtungen in Teilzeit oder Vollzeit angeboten.
Hilfe leistet auch die „Koordinierungsstelle Ausbildung in ausländischen Unternehmen“ (KAUSA) als Teil des Ausbildungsstrukturprogramms „JOBSTARTER – für die Zukunft ausbilden“, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit Unterstützung des Europäischen Sozialfonds finanziert wird.
KAUSA fördert die Ausbildungsbeteiligung von Unternehmern mit Migrationshintergrund durch Initiativen und Projekte. Von 1999 bis Juli 2009 konnten nach eigenen Angaben von KAUSA 1.800 betriebliche Ausbildungsplätze geschaffen werden.



Bundesagentur für Arbeit
Koordinierungsstelle KAUSA im Ausbildungsprogramm JOBSTARTER