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Existenzgründung aus der Hochschule

Hochschulabsolventen als Unternehmensgründer – das war lange Zeit vor allem eine Angelegenheit von Architekten oder Juristen, die sich auf freiberuflicher Basis selbständig machten. Doch in letzter Zeit gründen vermehrt auch Absolventen technologieorientierter Fachrichtungen (zum Beispiel aus Informatik oder den Naturwissenschaften).

Gerade Unternehmensgründungen im wissenschaftlich-technologischen Bereich werden als bedeutsam für die Volkswirtschaft angesehen. Durch Ausgründungen aus Hochschulen oder öffentlichen Forschungseinrichtungen können Forschungsergebnisse schneller in marktfähige Produkte umgesetzt werden. Den neugegründeten kleinen Unternehmen wird eher als Großunternehmen zugetraut, Märkte zu erschließen.

Vorbereitende Angebote der Hochschulen

Wer sich bereits vor Beginn des Studiums mit der Idee einer späteren Existenzgründung anfreunden kann, sollte sich das Angebot der verschiedenen Universitäten genauer ansehen. Mit verschiedenen Maßnahmen versuchen die Hochschulen zu erreichen, dass sich die eigenen Studenten mit der Option Selbständigkeit auseinandersetzen.

Die Lehrangebote reichen von einzelnen Vorlesungen über Exkursionen und Planspiele bis zu einer Ausrichtung des gesamten Studiums auf eine spätere Selbständigkeit. Zum Teil ist das Angebot auf Wirtschaftswissenschaftler zugeschnitten, teilweise richtet es sich auch ausdrücklich an andere Fachrichtungen. Weitere Informationen sind erhältlich beim Förderkreis für Gründungsforschung.

Besonderheiten der Gründung

Bei Naturwissenschaftlern und Technikern läuft die Existenzgründung oft über ein Spin-off. Gründer von Spin-offs können zum Beispiel Hochschulassistenten oder wissenschaftliche Mitarbeiter sein, welche die Universität - oder auch ein Unternehmen - verlassen und sich mit der Geschäftsidee, die auf entsprechenden Forschungsergebnissen beruht, selbständig machen. In einem solchen Fall muss sichergestellt sein, dass die wissenschaftlichen Ergebnisse von der Organisation, in der sie entwickelt wurden, zur wirtschaftlichen Verwertung freigegeben werden.

Damit das Vorhaben tatsächlich gelingt, müssen diverse Anforderungen erfüllt werden. So haben Hochschulabsolventen mit naturwissenschaftlichem oder technischem Hintergrund oft eine Geschäftsidee, doch unterschätzen sie häufig den langen Weg bis zum fertigen Produkt und zur Markteinführung. Hierzu ist nicht nur ein langer Atem nötig, sondern meist auch ein externer Kapitalgeber.

Um Geldgeber von der eigenen Geschäftsidee zu überzeugen, sollte ein Businessplan erstellt werden, der unter anderem Antworten auf folgende Fragen gibt:

  • Welches Produkt steht im Mittelpunkt des Geschäftsmodells?
  • Welchen Innovationsgrad weist das Produkt auf?
  • Wie groß ist der weitere Entwicklungsbedarf?
  • Wann kann der erste Prototyp erstellt werden?
  • Welche Personal- und Materialausstattung ist nötig?
  • Welchen Umfang soll das finanzielle Engagement des externen Investors haben und welchen Anteil an dem Unternehmen erhält er dafür?

Welche Informationen noch in einen Businessplan gehören, finden Sie hier.

Hilfreiche Förderprogramme

Auch für Existenzgründer aus Hochschulen gibt es zahlreiche Förderprogramme. Ein Beispiel dafür ist das Programm „Exist“, das 1998 begonnen wurde und sich jetzt bereits in der dritten Förderphase befindet. Mit Exist III will das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie das Gründungsklima an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen verbessern und das Thema „unternehmerische Selbständigkeit“ in der akademischen Ausbildung verankern. Mit Exist III werden Projekte gefördert, die die Qualifizierung, Unterstützung und Beratung von Studierenden, Absolventen, Wissenschaftlern und wissenschaftlichen Mitarbeitern in Sachen Unternehmertum stärken. Die Antragsphase für Exist III ist abgeschlossen. Die Projekte sind auslaufend.

Darüber hinaus gibt es auch eine direkte Förderung für Gründer: Das EXIST-Gründerstipendium unterstützt Studierende, Absolventen, Wissenschaftler und wissenschaftliche Mitarbeiter von Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die als Einzelgründer oder im Team mit maximal drei Gründern ihre Gründungsidee in einen Businessplan umsetzen möchten.