Arbeitszeitmodelle und Arbeitsmodelle
Die Wahl des passenden Arbeitszeit- und Arbeitsmodells trägt entscheidend zum Gelingen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei. Das Angebot flexibler familienfreundlicher Regelungen ist groß. Hier erläutern wir zehn gängige Modelle und sagen Ihnen, was deren Besonderheiten sind.
- Teilzeit
- Gleitzeit
- Telearbeit / Home Office
- Arbeitszeitkonten
- Lebensarbeitskonto / Langzeitarbeitskonto
- Baukastensystem
- Nacht-/Schichtarbeit
- Sabbatical
- Job-Sharing
- Minijob
Teilzeit
Bei der traditionellen Teilzeit fällt die Arbeitszeit grundsätzlich kürzer aus. Vorteil: Sie kann flexibel vereinbart werden, ob in Form von fixen Arbeitszeiten oder – je nach Arbeitsanfall – auch in Form von flexiblen Arbeitszeiten. Bei diesem Modell wird zum Beispiel eine wöchentliche Mindeststundenzahl abgesprochen. Genauso ist es möglich, die Anzahl der Arbeitstage zu reduzieren, an den Anwesenheitstagen aber Vollzeit zu arbeiten. Man unterscheidet zwischen vollzeitferner und vollzeitnaher Teilarbeitszeit (ab einer wöchentlichen durchschnittlichen Arbeitszeit von 30 Stunden). Letztlich ist die Absprache mit dem Arbeitgeber für die Ausgestaltung der Teilzeit entscheidend. Nachteil der Teilzeitarbeit: Durch die Verkürzung der Arbeitszeit wird weniger verdient.
Gleitzeit
Einfache Gleitzeit, die Urform aller flexiblen Arbeitszeitmodelle, ermöglicht es dem Arbeitnehmer, Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit frei zu wählen. Bei qualifizierter Gleitzeit kann der Mitarbeiter auch über die Dauer der täglichen Arbeitszeit entscheiden. Meistens wird die Gleitzeit um eine Kernarbeitszeit gelegt. Der Vorteil dieses Modells ist die größere zeitliche Selbstbestimmung, die allerdings abhängig von den Kernarbeitszeiten ist. Konkrete Nachteile dieses Modells gibt es nicht.
Telearbeit / Home Office
Der Mitarbeiter kann durch die modernen Informationstechnologien teilweise oder ganz zu Hause arbeiten. Der Vorteil ist die große räumliche Selbstbestimmung.
Allerdings: Ohne Kollegen und Büroatmosphäre zu arbeiten, liegt nicht jedem.
Arbeitszeitkonten
Arbeitszeitkonten sind die Grundlage zur Anrechnung und Verwaltung der von den Mitarbeitern geleisteten Arbeitsstunden. Wie und wie viele Stunden gesammelt und abgebaut werden können, wird von dem begleitenden Arbeitszeitmodell festgelegt. Es gibt Jahresarbeitszeitkonten, Langzeitarbeitskonten und Lebensarbeitszeitkonten. Bei auf kurze Dauer angelegten Arbeitszeitkonten können Stunden für Sabbaticals oder Kinderpausen nicht angesammelt werden. Arbeitszeitkonten können also je nach Absprache mit dem Vorgesetzten mehr oder weniger flexibel gehandhabt werden. Die Möglichkeit des Auf- und Abbaus von Arbeitszeit ist immer eng an den jeweiligen Arbeitsaufwand gekoppelt. Auch bei diesem Modell gibt es keine konkreten Vor- und Nachteile. Grundregel: Je länger die Laufzeit, desto größer die Flexibilität.
Lebensarbeitskonto / Langzeitarbeitskonto
Das Modell ist die langfristigste Spielart der Arbeitszeitkonten. Das Unternehmen bestimmt eine Gesamtlebensarbeitszeit, die der Arbeitnehmer flexibel ableistet. Das Modell gibt viele Freiheiten und erfordert ein autonomes Zeitmanagement. Es ermöglicht gerade Eltern eine gleitende Eintrittsphase ins Berufsleben nach Familienphasen.
Baukastensystem
Das Baukastenmodell ist eine Kombination von unterschiedlichen Arbeitszeitmodellen in einem Unternehmen. Es ist damit im Grunde kein eigenes Arbeitszeitkonzept und verdeutlicht daher, dass es für ein Unternehmen kein einzig gültiges Konzept geben kann.
Nacht-/Schichtarbeit
Während die Schichtarbeit je nach Schichtrhythmus des Betriebs zeitlich unterschiedlich ausfällt, ist die Nachtarbeit die Arbeitszeit von 23 Uhr bis 6 Uhr am Morgen. Arbeitet ein Arbeitnehmer mindestens zwei Stunden in diesem Zeitfenster, gilt seine gesamte Arbeit als Nachtarbeit. Ein Nachteil: Die Nachtarbeit ist mit einem Familienleben oft nicht so einfach zu vereinbaren. Es muss daher gut organisiert werden.
Sabbatical
Die im Deutschen auch als Sabbatjahr bezeichnete Regelung ist ein Arbeitszeitmodell, das gerade für junge Eltern interessant ist. Je nach Betriebszugehörigkeit und Vereinbarung kann es ein Jahr der Teilzeit bedeuten oder ein Jahr einer wirklichen Auszeit. Bei letzterem kann der Wiedereinstieg ins Berufsleben auch beschwerlich ausfallen. Vorteile: Während des Sabbatjahrs wird der Lohn je nach Regelung weitergezahlt, und auch der Anspruch auf bezahlten Urlaub bleibt bestehen.
Job-Sharing
Das Arbeitsmodell des Job-Sharings gibt viele Freiheiten, fordert aber auch viel Absprache mit dem jeweiligen Kollegen, mit dem man sich die Arbeitsstelle teilt. Neben dem Job-Sharing von zwei Kollegen gibt es auch das „Job-Splitting“, bei dem ein Arbeitsplatz unter mehreren Arbeitnehmern aufgeteilt wird.
Minijob
Eine geringfügig entlohnte Beschäftigung liegt vor, wenn das Arbeitsentgeld regelmäßig 400 Euro im Monat nicht übersteigt. Der geringe Verdienst kann trotzdem zufrieden stellen und ein Minijob bietet die Möglichkeit, zum Beispiel nach einer Elternzeit zurück ins Berufsleben zu finden. Bei einem kurzfristigen Minijob ist die Beschäftigung auf weniger als zwei Monate oder insgesamt 50 Arbeitstage im Kalenderjahr begrenzt. Die Höhe des Verdienstes spielt hierbei keine Rolle.



Bundesagentur für Arbeit