Fachtagung "Prävention - Schlüssel zu mehr Ausbildungs- und Beschäftigungsfähigkeit"
Prävention kann einen nachhaltigen Beitrag zur Verbesserung der Situation am Arbeits- und Ausbildungsmarkt leisten. Chancen und Möglichkeiten präventiven Handelns waren Gegenstand einer zweitägigen Fachtagung, zu der die Bundesagentur für Arbeit am 22. und 23. April 2008 Experten nach Nürnberg eingeladen hatte.
Die Bundesagentur für Arbeit (BA) wird in Zukunft gemeinsam mit anderen Akteuren am Bildungs- und Arbeitsmarkt stärker als bisher auf Prävention setzen, um dadurch Arbeitslosigkeit und fehlende Ausbildung möglichst zu vermeiden oder auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Wesentlicher Hebel dafür ist die Weiterentwicklung, Erhaltung und (Wieder-)Herstellung von Ausbildungs- und Beschäftigungsfähigkeit. Vertreter und Vertreterinnen aus Politik, Wissenschaft, Gewerkschaften, Verbänden, Medien und insbesondere aus der Praxis brachten ihre Anregungen, Ideen, Konzepte, Forderungen und Lösungswege aus unterschiedlichen Perspektiven in die Veranstaltung und Debatte ein. Hier die wesentlichen Informationen, Erkenntnisse und Ergebnisse zur Tagung:
Plenum
In den Einführungsreferaten und Statements zur Eröffnung der Tagung im Plenum wurden überstimmend Rolle und Bedeutung allgemeiner und beruflicher Bildung für die Entwicklung von Ausbildungs- und Beschäftigungsfähigkeit unterstrichen.
"Je früher wir mit Prävention beginnen, umso mehr Nutzen haben Gesellschaft und Wirtschaft auf lange Sicht", betonte der Vorstandsvorsitzende der BA Frank-J. Weise in seiner Begrüßung.
Detlef Scheele, Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Kornelia Haugg, Leiterin der Abteilung Berufliche Bildung und Lebenslanges Lernen im Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Vertreter der Sozialpartner, Dr. Barbara Dorn, Leiterin der Abteilung Bildung/Berufliche Bildung von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und Dietmar Hexel als geschäftsführendes Mitglied des DGB-Bundesvorstandes zeigten nicht nur Handlungsbedarfe, sondern bereits konkrete Strategien und Konzepte zur Förderung präventiven Handelns auf.
Eine Lanze für konsequent mehr Investitionen in Bildung brach die Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin, Prof. Jutta Allmendinger. Für nachhaltige Reformen im allgemeinen und beruflichen Bildungssystem plädierte der Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung, Manfred Kremer. Aus Sicht der Wissenschaft beschrieb Frau Professor Jutta Rump die Handlungsbedarfe für Arbeitnehmer, Unternehmen und Gesellschaft, um mehr Beschäftigungsfähigkeit zu erreichen. Susanne Rässler, Professorin an der Universität Bamberg zeigte Chancen und Grenzen von Evaluationsmethodik und Wirkungsmessung im Bereich von Prävention auf.
Workshops
In Workshops zu den drei wichtigsten Präventionsfeldern wurden erfolgversprechende Praxismodelle vorgestellt und diskutiert. Inhaltlich ging es unter anderem um die wirksame Begleitung von Jugendlichen beim Übergang von der Schule in den Beruf. Weitere Themenfelder waren darauf ausgerichtet, gering qualifizierten Beschäftigten durch aufbauende Qualifikationen eine bessere Perspektive für die Zukunft zu geben. Weiter gehende Informationen zu den einzelnen Workshops enthalten die Impulsreferate, Projektvorstellungen und Ergebnispräsentationen der Moderatoren.
Zentraler Erfolgsgarant für präventives Handeln ist Netzwerkarbeit. Darauf wies im Plenum der Koordinator des Netzwerkes "Integration durch Qualifizierung", Wolfgang Fehl hin.
Zum Abschluss zog das Vorstandsmitglied Raimund Becker ein Resümee für die Bundesagentur für Arbeit. Diese wird besonders wirksame präventive Ansätze unterstützen und sich im Wesentlichen auf die folgenden Handlungsfelder fokussieren: Den Übergang von der Schule in den Beruf insbesondere für leistungsschwache Jugendliche unterstützen, um dadurch mehr junge Menschen in Ausbildung und Ausbildungsvorbereitung zum qualifizierten Berufsabschluss zu führen, und die Weiterbildung von älteren und schlecht qualifizierten Beschäftigten.
Kontakt
Rückfragen zur Tagungsdokumentation können Sie an das zuständige Fachteam SWA 1 per E-Mail Zentrale.SWA1@arbeitsagentur.de oder telefonisch unter 0911/ 179-8682 richten.



Bundesagentur für Arbeit