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HEGA 01/12 - 02 - Initiative des BMFSFJ "Männer in Kitas"

SP III 11/ SP II 1– 5233 / 1412.2 / 1413.1 / 1914.10 / II-1001.1/ II-1203 / II-8301

20.01.2012
19.01.2014
Empfehlung
Weisung

Zusammenfassung

Die Bundesagentur für Arbeit unterstützt die Bestrebungen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), den Anteil an männlichen Erziehern in Kindertagesstätten (Kitas) zu erhöhen.

1. Ausgangssituation

Durch den geplanten Ausbau der Betreuungsangebote für unter Dreijährige entsteht ein erhöhter Bedarf an Erzieherinnen und Erziehern. Darüber hinaus ergibt sich auf Grund der Altersstruktur des Personals in den kommenden Jahren ein Ersatzbedarf.

In Anbetracht einer EU-Empfehlung, bei den Kita-Fachkräften einen Männeranteil von 20 % anzustreben, steht Deutschland mit einem Gesamtanteil von ca. 2,5 % derzeit am Beginn der Bemühungen, dieser Empfehlung zu folgen.

Eine im Auftrag des BMFSFJ durch die Katholische Hochschule in Berlin durchgeführte Untersuchung ("Männliche Fachkräfte in Kitas") hat aufgezeigt, dass Trägereinrichtungen, Kitas und Eltern eine Erhöhung des männlichen Fachkräfteanteils in Kitas für notwendig erachten: Mädchen und Jungen sollen bereits in der frühkindlichen Erziehung sowohl weibliche als auch männliche Rollenvorbilder und Bezugspersonen erleben (s. auch Anlage „Argumente für eine berufliche Tätigkeit als Erzieher“).

Gegenwärtig besteht bereits ein ESF-Modellprogramm, bei dem 16 Modellprojekte mit 1.300 Kitas in 13 Bundesländern bis Ende 2013 gefördert werden. Das Modellprogramm "Mehr Männer in Kitas" wird vom Europäischen Sozialfonds und vom BMFSFJ gefördert und ist Teil einer gleichstellungspolitischen Gesamtinitiative.

Die Internetseite der Koordinationsstelle „Männer in Kitas“ (www.koordination-maennerinkitas.de) enthält weitere Informationen.

2. Auftrag und Absicht der übergeordneten Führungsebene

entfällt

3. Eigene Entscheidung und Absicht

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) strebt die Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt an und unterstützt daher durch geeignete Angebote zum Quereinstieg das BMFSFJ bei dessen Bestrebungen, den Männeranteil unter den Kita-Fachkräften zu erhöhen. Es liegt im Interesse der BA, dass die zuständigen Regionaldirektionen, die Arbeitsagenturen vor Ort und die gemeinsamen Einrichtungen (gE) bedarfsgerecht mit den Ländern, Kommunen, Trägern der Kindertagespflege sowie den entsprechenden Bildungseinrichtungen zusammenarbeiten. Daneben wird die Initiative durch Auswahl und Beratung von interessierten und geeigneten Kunden sowie Qualifizierung unterstützt.

Die Grundsätze des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) sind zu beachten.

3.1 Berufsinformationsveranstaltungen für potentielle Bewerber

Grundsätzlich können geeignete und interessierte Männer durch die Vermittlungs- bzw. Integrationsfachkräfte ausgewählt und zu Berufsinformationsveranstaltungen eingeladen werden, in denen über das Berufsbild, die Beschäftigungschancen und Qualifizierungsmöglichkeiten für Erzieher informiert wird.

3.2 Beratung und Vermittlung / Integration

Auch in der Beratungs- und Vermittlungs- bzw. Integrationsarbeit gilt es, das Berufsziel "Erzieher/-in" bei entsprechender Eignung und Neigung des Kunden im Rahmen der Erarbeitung eines Zielberufes in die Optionen mit einzubeziehen. Dazu gehören auch Informationen zu Qualifizierungsmöglichkeiten und Vermittlungschancen auf entsprechende Arbeitsplätze.

Je nach länderrechtlicher Ausgestaltung und Anerkennungspraxis besteht die Möglichkeit, männliche Kunden, die eine der Erzieherausbildung vergleichbare Qualifikation nachweisen können, für entsprechend zu besetzende Stellen zu gewinnen.

3.3 Eignungsprüfung

Im Hinblick auf die Art der Tätigkeit kommt der Eignungsprüfung eine besondere Bedeutung zu. Der Psychologische Dienst in den Agenturen für Arbeit verfügt über ein entsprechendes Format zur Klärung der Eignung für eine Erziehertätigkeit.

3.4 Qualifizierung

Die Ausbildung zur Erzieherin/zum Erzieher sowie die Anerkennung von Berufsabschlüssen und Qualifikationen ist in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt. Diese Regelungen sind bei der Umsetzung der Initiative zu beachten.

4. Einzelaufträge

Die Regionaldirektionen

  • beraten die Länder bei Bedarf zu offenen Fragen hinsichtlich des Personalbedarfs und der Möglichkeiten der Qualifizierung nach dem SGB III bzw. SGB II. Die Regionaldirektionen erhalten im Nachgang zur Veröffentlichung dieser HEGA Protokolle des BMFSFJ zu Gesprächen des Ministeriums mit den Ländern. Den Protokollen sind neben den Ansprechpartnern auch die Gesprächsbedarfe der Länder zu entnehmen.

Die Agenturen für Arbeit

  • bieten bei Bedarf entsprechende Berufsinformationsveranstaltungen an,
  • qualifizieren bei Bedarf und in Abhängigkeit der länderspezifischen Regelungen sowie der Regelungen des SGB III,
  • unterstützen die Kindertagesstätten bei der Personalgewinnung.

Den gemeinsamen Einrichtungen (gE) wird empfohlen,

  • bei Bedarf entsprechende Berufsinformationsveranstaltungen anzubieten,
  • bei Bedarf und in Abhängigkeit der länderspezifischen Regelungen sowie der Regelungen des SGB II zu qualifizieren,
  • die Kindertagesstätten bei der Personalgewinnung zu unterstützen.

Die Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt im Rechtskreis SGB III

  • weisen in ihren Veranstaltungen auf die Initiative „Männer in Kitas“ hin,
  • beraten die Geschäftsführungen der Arbeitsagenturen vor Ort,
  • begleiten und unterstützen die Initiative in den Agenturen für Arbeit vor Ort und geben ihre Erkenntnisse und Erfahrungen aus bestehenden Netzwerken in Führungskräfte- oder Teambesprechungen weiter.

Den Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt im Rechtskreis SGB II wird empfohlen,

  • in ihren Veranstaltungen auf die Initiative „Männer in Kitas“ hinzuweisen,
    die Geschäftsführungen der gE vor Ort zu beraten,
    die Initiative in den gE vor Ort zu begleiten und zu unterstützen und ihre Erkenntnisse und Erfahrungen aus bestehenden Netzwerken in Führungskräfte- oder Teambesprechungen weiterzugeben.

Anlage

Argumente für eine berufliche Tätigkeit als Erzieher