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HEGA 11/08 - 11 - Implementierung übergreifender Kompetenzen

SP III 1 / SP II 1 – 5400.1/ 6400 / II-1201.3 / II-5216

20.11.2008
31.12.2012
ja

Zusammenfassung

Persönlichen und sozialen Eigenschaften wird auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt ein zunehmender Stellenwert beigemessen. Mit der Implementierung eines neuen berufsübergreifenden Kompetenzkatalogs, der 20 persönliche Stärken (Persönliche und soziale Eigenschaften) umfasst, ab dem 08.12.2008 in VerBIS und in der JOBBÖRSE trägt die BA den Anforderungen des Arbeits- und Ausbildungsmarktes Rechnung.

1) Ausgangslage

Bei der Besetzung von Arbeits- und Ausbildungsstellen legen Arbeitgeber auf der Suche nach dem passenden Bewerber nicht nur auf fachliche Eignung, sondern zunehmend auch auf persönliche und soziale Eigenschaften Wert.

Bisher erfolgte die Erhebung der persönlichen und sozialen Eigenschaften berufsbezogen anhand der für den Beruf/ die Tätigkeit erforderlichen Eigenschaften in BERUFENET. Aus operativer Sicht gibt es in der Fachanwendung VerBIS derzeit keine Begrenzung, wie viele der aktuell 36 persönlichen und sozialen Eigenschaften ausgewählt werden können. Übergreifende Kompetenzen werden zudem vielerorts nicht oder nur unzureichend bzw. unsystematisch erfasst.

2) Ziel

Für die Vermittlungs- und Beratungsfachkräfte, Bewerber und Arbeitgeber soll eine einheitliche Grundlage für die Erhebung und Erfassung von persönlichen und sozialen Eigenschaften geschaffen werden.

Der neustrukturierte Aufbau der persönlichen und sozialen Eigenschaften in VerBIS und der JOBBÖRSE unter dem Reiter „Persönliche Stärken“ (P83) soll eine intensivere Auseinandersetzung der Vermittlungs- und Beratungsfachkräfte mit diesem Thema ermöglichen und eine passgenauere Unterstützung im Vermittlungsprozess ermöglichen. Eine Einbeziehung in das Matching erfolgt vorerst nicht.

3) Entwicklung eines überarbeiteten, berufsübergreifenden Kompetenzkatalogs

Mit der Programmversion P83 steht ein berufsübergreifender Kompetenzkatalog zur Verfügung. Dieser ist in vier Kompetenzklassen unterteilt:

  • Methodenkompetenz
  • sozial-kommunikative Kompetenz
  • Aktivitäts- und Umsetzungskompetenz
  • personale Kompetenz.

Der bisherige, 36 Einzelkompetenzen umfassende Katalog wurde somit auf insgesamt 20 Einzelkompetenzen reduziert und es erfolgt ab der P83 eine separate Darstellung dieser Kompetenzen unter dem Reiter „Persönliche Stärken“. Gemeinsam mit dem Psychologischen Dienst wurde zu jeder Einzelkompetenz eine Kurzbeschreibung erarbeitet (siehe Anlage 1), die eine einheitliche und damit vergleichbare Umsetzung befördern soll. Die bereits erfassten Kompetenzen werden zur P83 migriert.

4) Neuer Auswahlmechanismus für berufsübergreifende Kompetenzen

Der Erhebungsprozess der außerfachlichen Kompetenzen im Bewerberprofil wird zukünftig rein stärkenorientiert erfolgen. Auf Grundlage dieser Ausrichtung wird der Begriff „persönliche und soziale Eigenschaften“ durch den Begriff „Persönliche Stärken“ ersetzt. Dies bedeutet, dass in VerBIS und in der JOBBÖRSE im Bewerberprofil unter „Ich biete - Fähigkeiten - Persönliche Stärken“ ausschließlich besonders hervorzuhebende persönliche Stärken zu dokumentieren sind. Dasselbe gilt für den Arbeitgeber im Stellenangebot unter „Ich Suche“ auf dem Reiter Fähigkeiten unter Persönliche Stärken.

Um die Aussagefähigkeit zu erhöhen, können pro Bewerber bzw. Stelle aus dem Pool der insgesamt 20 übergreifenden Kompetenzen maximal 5 Persönliche Stärken ausgewählt werden (Steigerung der Aussagekraft durch Reduktion/ Auswahlentscheidung). Auf Arbeitnehmerseite wird erhoben, welche persönlichen Stärken den Arbeits- und Ausbildungsuchenden besonders charakterisieren. In gleicher Weise schätzt der AG-Kunde ein, welche der angebotenen übergreifenden Kompetenzen ihm bei der Besetzung des ausgeschriebenen Stellenprofils besonders wichtig sind. Es ist nicht erforderlich, dass alle Kompetenzklassen bei der Auswahl berücksichtig werden. Der aktuell noch vorhandene Ausprägungsgrad (vorhanden, gut, sehr gut, hervorragend) entfällt zukünftig.

5) Auswirkungen auf die Geschäftsprozesse

Im Rahmen von Workshops mit AG-orientierten und AN-orientierten Vermittlungsfachkräften wurde die Umsetzung und Anwendung in der Praxis des neuen Kompetenzkataloges diskutiert. Die erarbeiteten Anregungen wurden aufgenommen und die Arbeitsmittel entsprechend aktualisiert.

Auswirkungen auf die Prozesse in Eingangszone/Service-Center:

Der im Arbeitspaket frei beschreibbare Bereich der persönlichen und sozialen Eigenschaften wird durch den Kompetenzkatalog mit Angabe der 20 Einzelkompetenzen ersetzt, aus denen der Arbeitsuchende bis zu maximal fünf Persönliche Stärken auswählen kann. Das angepasste Arbeitspaket für die Arbeitsvermittlung steht ab Dezember 2008 im BK Browser zur Verfügung. Das Arbeitspaket U25 (Berufsberatung/Ausbildungsvermittlung) ist davon nicht betroffen.

Auswirkungen auf den bewerberorientierten Vermittlungsprozess:

Die Persönlichen Stärken sind wie bisher im beruflichen Kontext zu erheben. Dabei stützt sich die Analyse der Persönlichen Stärken in der Arbeitsvermittlung zunächst auf eine Selbsteinschätzung des Kunden (z.B. aufgrund der Angaben im Arbeitspaket) und dient dazu, seine Kompetenzen besser darzustellen. Zur Objektivierung der Selbsteinschätzung der Persönlichen Stärken wurde ein Kriterienkatalog entwickelt (siehe Anlage 2). Dieser dient der Vermittlungs- und Beratungsfachkraft im Gespräch mit den Bewerbern als Arbeitshilfe. Sofern Anhaltspunkte für die Selbsteinschätzung des Kunden fehlen, kann es sich anbieten, den Psychologischen Dienst unterstützend einzuschalten.

Die Selbsteinschätzung kommt im Bereich der Ausbildungsvermittlung aus fachlichen Gründen nicht zum Einsatz. Die Arbeitshilfe Kompetenzen-Kriterienkatalog kann von der Beratungsfachkraft ergänzend zur Arbeitshilfe Ausbildungsreife angewandt werden. Die Eintragungen in VerBIS sind das Ergebnis der Standortbestimmung im Rahmen des Beratungsgespräches.

Die bewerberorientierte Vermittlungs- und Beratungsfachkraft gleicht die persönlichen Stärken des Bewerbers mit den Anforderungen des Arbeitgebers ab und berücksichtigt diese bei der Auswahl der vorzuschlagenden Bewerber.

Auswirkungen auf den stellenorientierten Vermittlungsprozess im AG-S:

Für den Arbeitgeberservice stehen ab Dezember 2008 die aktualisierten Vermittlungsaufträge im BK Browser und in der JOBBÖRSE zum Download bereit. Der AG-orientierte Vermittler gleicht die Anforderungen des Arbeitsgebers an die Persönlichen Stärken mit denen des im Suchlauf gefundenen Bewerbers ab. Vor Unterbreitung eines Vermittlungsvorschlags bespricht der AG-orientierte Vermittler die Anforderungen des Arbeitgebers mit dem Bewerber.

JOBBÖRSEN-Nutzer

Die JOBBÖRSEN-Nutzer werden durch eine Postfachnachricht über das neue Verfahren informiert.

6) Fachliche Führung

Die Datenqualität ist in dezentraler Verantwortung sicherzustellen. Für Neukunden im Bewerberbereich und für neue Stellenangebote ist die neue Funktionalität mit Umsetzung zur P83 zu nutzen. Die in VerBIS und der JOBBÖRSE bereits erfassten Daten werden auf die neuen Werte migriert; nähere Informationen hierzu bietet die Versionsinformation zum neuen VerBIS-Release. Bei Nutzung der Regelvorsprachen der Arbeits- und Ausbildungsuchenden bei den bewerberorientierten Vermittlungs- und Beratungsfachkräften und bei konsequenter Berücksichtigung im Rahmen der ohnehin regelmäßig zu erfolgenden Aktualisierung/Prüfung von bestehenden Stellenangeboten, sind auch die Bestandsdaten ohne umfassendere Sonderaktionen zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen.

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